Das Lienzer Becken

 

Es gibt genügend Dichter und bildende Künstler, die dem herrlichen Hauptmassiv der Dolomiten und der Lienzer Gegend ein Denkmal gesetzt haben.  Beispielsweise bemerkte ein ungenannter Topograph im Jahr 1853:  „Wir betreten  mit dem Weichbilde von Lienz die schönste Gegend vom Pustertal, und hätte man einmal versucht, die schönsten Gegenden Tirols zu klassifizieren, gewiss die von Lienz würde eine der ersten Stellen unter denselben einnehmen“.

 

Geologisch gesehen sind die Lienzer Dolomiten,  ein Teil der Gailtaler Alpen, ein isoliertes Kalkgebirge.  Zu den höchsten Erhebungen in diesem Gebirgsstock gehört der Spitzkofel (2718 m), der Lienzer Hausberg.  Diesem imposanten Felsgebilde ist der Rauchkofel (1911 m) vorgelagert, unter dessen steilem Abfall sich eine wannenförmige Terrasse mit dem Tristacher Traum- und Badesee erstreckt.   Der Hochstein (2033 m) mit dem Bösen Weibele (2521 m) im Westen ist ein Ausläufer des Deferegger Gebirges.   Im Norden des Talbeckens liegt die Schleinitz (2905 m), höchste Erhebung unter den Bergen rund um Lienz.  Die Schleinitz, die das weit sich hinziehende Zettersfeld überragt, gehört zur Schobergruppe.  Stronacher Kogel (1823 m) und Ederplan (2061 m) mit anschließenden Ziethenkamm (2484 m) im Osten zählen zur Kreuzeckgruppe.

 

Der Alpinismus ist bis heute eine der Säulen des Tourismus geblieben.   Die Gebirge um Lienz standen zunächst noch im Schatten der Hohen Tauern, doch nur wenige Jahre nach der Gründung des Österreichischen Alpenvereins (1862) wurde die Sektion Lienz gegründet.  Der Bau zahlreicher Schutzhütten im Lienzer Raum folgte. Aber es gibt auch die denkbar gemütlichsten Natur umhegten herrlichen Spazierwege und alles, was zwischen beiden liegt.

 

Der Lienzer Raum gehört zu den Regionen mit dem mildesten und sonnigsten Klima Österreichs.  Einflüsse des Mittelmeerklimas sind spürbar:  ein verhältnismäßig warmer und feuchter Sommer,  ein schöner Herbst und ein kalter Winter.   Die Flora des Lienzer Raumes gilt als reichhaltig und bemerkenswert.  Besonders die Kerschbaumer Alm in den Lienzer Dolomiten unterhalb des Spitzkofels genießt seit über 200 Jahren internationale Bekanntheit als botanisches Eldorado.

 

Textquelle:  LIENZ von Meinrad Pizzinini

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